Danny Jüngling schlüpft bei den Merlins heute zum letzten Mal in die Rolle von Hallensprecher Pimp Ein bisschen zittrige Knie hat er schon. Wenn er an sein letztes Spiel als Hallensprecher der Merlins denkt, beschleichen ihn durchaus gemischte Gefühle. Wer kennt das nicht? Nach vielen Jahren einen Schlussstrich unter eine vertraute Tätigkeit ziehen, die viel Spaß gemacht hat und dann zu neuen Ufern aufbrechen. Eine emotionale Gemengelage zwischen Wehmut und diffuser Vorfreude! In der Basketballszene kennen die meisten den jungen Mann nur unter seinem Pseudonym. Pimp -- so sein Name als Hallensprecher -- ist aufs Engste verknüpft mit den Erfolgen der Crailsheimer Basketballer in den letzten Jahren. Und als Hallensprecher eine Art Scharnier, Bindeglied zwischen Mannschaft und Publikum, dem viel beschworenen sechsten Mann der Merlins. Selbst Schiedsrichter haben sich bei ihren Zusammenkünften schon intensiv mit dem Crailsheimer Hallensprecher beschäftigt. Längst hat er in der Zwischenzeit den einen oder anderen Nachahmer auf den Plan gerufen. Wie etwa in Kirchheim, Ehingen oder Nürnberg. Hallensprecher sind salonfähig geworden. Und nach acht Jahren soll heute Schluss sein. Endgültig. Doch nach Feiern ist Danny Jüngling, so heißt Pimp mit bürgerlichem Namen, im Vorfeld nicht zumute. Schließlich kämpfen die Merlins noch um den Klassenerhalt. Und den zu schaffen, ist erste Bürgerpflicht. Selbstverständlich. „Ein Sieg gegen Gotha wäre natürlich perfekt!" Die Idee, dass bald Schluss sein würde mit Pimp, dem Hallensprecher, beschäftigt Danny Jüngling schon geraume Zeit. „Im vergangenen Jahr habe ich mich viel mit mir selber auseinandergesetzt und hinterfragt", erzählt er. Was dabei herauskam: Der Schlussstrich unter den Job als Hallensprecher! Fraglich nur noch der rechte Zeitpunkt. Mal war das Weihnachtsspiel im Gespräch, dann doch der Saisonabschluss. „Meine Entscheidung ist ausschließlich persönlich begründet. Hat ganz und gar nichts mit den Merlins zu tun", stellt er klar und freut sich schon auf den einen oder anderen freien Samstag in Zukunft! Angefangen hat alles in kleinem Rahmen. Zunächst mal reinschnuppern wollte der Neue vor acht Jahren, hat erst mal für eine Saison zugesagt. Eines stand für ihn von Beginn an fest. Eigene Ideen entwickeln, nicht in die Fußstapfen anderer treten, eine persönliche Note finden -- in diese Richtung sollte es gehen. „Das hat Anklang gefunden, und im Laufe der Jahre habe ich mich dann weiterentwickelt." Von Liga-Verantwortlichen gerüffelt worden ist der 27-Jährige schon lange nicht mehr, hat sich mit Erstliga-Referee Jürgen Unger einst einen Verhaltenskodex für die Zeit während der Spiele zurechtgelegt. Einzigartig bis heute -- seine Spielervorstellung in Rap-Form. Berührungsängste hatte er nie. Schließlich sind ihm beruflich Meetings, das Sprechen vor Mitarbeitern und Kunden nicht fremd. „Ich bin ein offener und kommunikativer Mensch! Dennoch", räumt er ehrlich ein, „werde ich, wenn es Richtung Samstagmittag geht, innerlich schon unruhig, auch aufgeregt." Wenn er dann in die Halle kommt, meistens gegen 19 Uhr, baut sich die Spannung in der Regel weiter auf, und er fokussiert sich auf seine Aufgabe, mit einer Art Tunnelblick. Ein Prozedere, vergleichbar einem Schauspieler, der vor dem Auftritt fürchtet, seinen Text zu vergessen, und nach dem ersten Satz läuft doch alles wie geschmiert. „Genauso ist das", bestätigt Pimp und nickt bekräftigend dazu. „Der Job als Hallensprecher gibt und raubt gleichzeitig Energie. Und letztes Jahr ist es einfach zu viel geworden. Schließlich sind über 1000 Leute in der Halle und haben ihre Erwartungen an mich. Und ich könnte auch mal einen Spielernamen vergessen oder einen Blackout haben." Den Namen Pimp hat der junge Mann aus der Rap-Musik entlehnt, wollte zu Beginn, „auch polarisieren, nicht Everybody's Darling sein", war der erste Hallensprecher, der sich quasi einen Künstlernamen gab. Welche Erlebnisse aus der Merlins-Historie sind ihm besonders präsent? „Die Aufstiegssaison, als wir Meister in der Pro B geworden sind", kommt es, wie aus der Pistole geschossen. „Mit Spielern wie Daniel Dörr, Sebi Kling, John Kadmous oder Karim Aw habe ich auch privat viel gemacht: Damals hatte ich das Gefühl, Teil der Mannschaft zu sein -- und natürlich nicht zu vergessen die Weihnachtsspiele." Auch selber mal die Basketball-Kugel in die Hand genommen? „Nicht wirklich", bekennt Fußballer Jüngling, „aber ich interessiere mich für die Spiele und die Entwicklung in den Ligen." Bleibt abzuwarten, wie Danny Jüngling heute nach dem Spiel zumute ist, wenn der Vorhang endgültig fällt. Die Gefühlslage wird wohl nicht zuletzt vom Spielergebnis abhängen. KLAUS HELMSTETTER
ZWEI OFFENE RECHNUNGEN: MERLINS-HEIMSPIEL GEGEN DRESDEN MerlinsTV (powered by Airtango) zeigt das dritte Heimspiel der Saison in der ProA. Vor ihren Fans in der Arena Hohenlohe wollen die Merlins gleich zwei Rechnungen begleichen. Nach der knappen Niederlage beim Derby in Kirchheim gilt es für die Zauberer, wieder einen Schritt vorwärts zu machen und sich auf die eigenen Stärken zu besinnen und an die guten Ansätze aus dem letzten Heimspiel gegen Essen anzuknüpfen. Zusätzliche Motivation, ausgerechnet gegen die Dresden Titans zurück in die Erfolgsspur zu finden, dürfte die schmerzliche Erinnerung an die Saisonvorbereitung bieten. Beim Turnier in Coburg mussten sich die Zauberer im Finale dem Liganeuling deutlich geschlagen geben. Damals wussten vor allem die US-Amerikaner der Titans zu glänzen. Point Guard Randal Holt (20,6 Ppg/ 4,4 Apg) und Big Man Jervon Pressley (14 Ppg/ 8 Rpg) gehören auch in der laufenden Saison zu den absoluten Leistungsträgern, zusammen mit ihren Landsleuten Ricky Price (12,2 Ppg) und David Sturner (17,2 Ppg/ 8,2 Rpg) bilden sie das klare Führungsquartett in Reihen der Sachsen. Dazu stehen mit Jusuf El-Domiaty (PG), Daniel Krause (SG) und Helge Baues (PF) drei deutsche Leistungsträger jeweils über 20 Minuten pro Spiel auf dem Parkett. Merlins sind in der Verantwortung „Jeder Spieler steht in der Verantwortung, sowohl dem Team gegenüber als auch sich selbst“ mahnt Crailsheims sportlicher Leiter Ingo Enskat. Nach dem Saisonauftakt mit drei Siegen und zwei Niederlagen gehe es darum, mehr Konstanz zu zeigen. „Gerade die Leistungsträger müssen hier vorangehen und auf dem Feld richtig Gas geben und ihre Leistung abrufen.“
Lounge Talk vom 09.04.2016 über die Partie Crailsheim Merlins vs. MHP Riesen Ludwigsburg mit Ingo Enskat, Tuomas Iisalo , Martin Romig und Daniel Feuchter.
Lounge Talk vom 13.02.2016 über die Partie Crailsheim Merlins vs. Brose Baskets Bamberg mit Martin Romig, Ingo Enskat und Daniel Feuchter. Produced by Ortner MEDIA www.ortner-media.de
Chris Frazier, Matt Stainbrook, Andre Calvin, Brandon Robinson und Philipp Heilrath sagen Hallo.
Vorerst letztes Heimspiel für die Crailsheim Merlins in der Beko BBL. Ingo Enskat und Daniel Feuchter lassen die Saison Eevue passieren udn geben einen Einblick auf das was noch kommt.
Ingo Enskat erklärt die Leistung seiner Crailsheim Merlins im Loungetalk.
Head Coach Ingo Enskat, von den Crailsheim Merlins, über den Rückschlag im Abstiegskampf gegen die Walter Tigers aus Tübingen vom 14.02.2015.